Als Tyconaut nach Paris zur dotCSS Konferenz

Ron Kappler in News 15. November 2018

Die Feierlichkeiten zu 15 Jahre tyclipso.net gingen für mich Anfang November in die Verlängerung. Via Berlin führte mich meine Reise in die französische Hauptstadt Paris, wo ich an der dotCSS (@dotCSS) Konferenz teilnahm.

Paris - pulsierende Millionen-Metropole, laut, groß, Verkehrschaos, Sicherheitswahn, Multikulti, Klassik trifft auf Moderne – so meine ersten Eindrücke, erstmalig Frankreich und Paris besuchend. Hat man seine Synapsen aber erst einmal auf die Stadt eingestellt, ist es nicht nur die viel besagte Stadt der Liebe, sondern auch eine Stadt zum Verlieben.  

Zuallererst die Einwohner – sehr nett, sehr zuvorkommend, verschiedenster Herkunft, allesamt hübsch und sehr aufs Äußere bedacht. Da fällt der Entwickler schon bissel auf mit seiner Outdoor-Hose.

Laut ist es wirklich – zumindest zwischen 5 Uhr morgens und 3 Uhr des Folgetages. Groß beziehungsweise groß gedacht ist wirklich fast alles. Das Verkehrschaos stellte sich bei längerem Betrachten als fließender Strom dar, der scheinbar ungeordnet und mit der Hupe im Anschlag irgendwie funktioniert. Radfahren muss aber einem Suizidversuch gleichen.

Sehenswürdigkeiten gibt es wie an der Perlenkette aufgereiht und jede hat Postkartenformat. Die Klassiker Eiffelturm, Louvre, Kathedrale Notre-Dame de Paris und Arc de Triomphe konnte ich in der Kürze der Zeit besuchen, was ausreichte, um mich ins Staunen zu versetzen. Aber auch die kleinen Gassen mit unzähligen Bars und Cafés laden zum Verweilen und Schlendern ein, was mir persönlich noch mehr gefiel, als die Hotspots.


Kern der Reise war aber der Besuch der dotCSS Konferenz am 8.11.2018. Wohl eine der größten Fachkonferenzen in Europa zum Thema CSS. Und es drehten sich alle Beiträge tatsächlich rund ums Thema CSS, fast ohne Nebenschauplätze. Zum Thema JavaScript schloss sich einen Tag später die Schwesterkonferenz dotJS an.

Sehr gefiel mir das Format der Konferenz – moderiert durch die fabelhafte Una Kravets (@una) wechselten sich Vorträge und Interviews ab. Die Vorträge widmeten sich sowohl technischen als auch übergeordneten Themen:

  • Florian RIVOAL (@frivoal) zu text wrapping control mechanism
  • Sara Soueidan (@SaraSoueidan) mit einer Einführung zu SVG Filtern
  • Elika J. Etemad (@fantasai) als senior spec-writer in the CSS Working Group mit einer kurzen Einführung in die Web-Internationalisierung
  • Dave DeSandro (@desandro) zeigte, wie man Color-Hex-Codes lesen und verstehen kann und ging dabei auch auf Aspekte von Farbfehlsehverhalten ein
  • Natalya Shelburne (@natalyathree) sprach über kognitive Dissonanzen zwischen Designer und Entwickler und Möglichkeiten des Aufeinanderzugehens. Die Dissonanzen verdeutlichte sie ganz einfach mit einem Blick auf CSS aus beiden Richtungen
  • Mandy Michael (@Mandy_Kerr) zeigt mit ihrem Vortrag über variable fonts in CSS, wie man  künftig (und hoffentlich bald) Fonts direkt mit CSS manipulieren können wird
  • Dan Cederholm (@simplebits) - Co-Founder von Dribbble und Senior-Web-Worker berichtete aus seinen 15 Jahren Arbeit mit CSS und was er dabei mitnehmen (oder auch nicht) konnte
  • Aga Naplocha (@aganaplocha) regte dazu an, gängige Regeln im Webdesign und dessen Umsetzung auch gut und gerne mal zu durchbrechen, nicht zuletzt mit kreativem CSS
  • Neben den HauptrednerInnen hatte man auch 4-Minuten-Vorträge integriert, wo kurz und knackig Inhalte rübergebracht wurden
  • Pausen samt Catering hatte man natürlich auch vorgesehen
  • Impressionen findet man im dotCSS 2018 Flickr Album

Sehr gehaltvoll, vielleicht ein bisschen kurz gehalten, dafür aber großartig organisiert und eine Freude, dort zu sein.

Abschließend Dan Cederholms Schlüsselerfahrungen bei der Arbeit mit CSS:

  • Share what you’re learning
  • Don’t get overwhelmed
  • Everything is temporary
  • Bonus-Tipp: Always make a t-shirt - even if it is not a real project or it is not launched yet

Alles in allem ein rundes Paket und ein Erlebnis der Extraklasse. Danke tyclipso.net!


PS:

  • Man muss nicht Französisch sprechen können, sollte sich aber Mühe geben
  • Café = Espresso
  • Café au lait gibt’s im Schüsselchen daheim, nicht beim Bäcker

Title Image was taken at dotCSS 2018 in Paris on November 8, 2018 by Nicolas Ravelli under CC BY-NC-SA 2.0 License