"Da war mehr drin - aber nicht für uns": KickerCup 2017

Benjamin Süß in Team 11. April 2017

Wir als Agentur entsprechen ja eigentlich nicht dem üblichen Klischee, das landläufig bei Internet-Agenturen gelten könnte: Richtige Core-Nerds sucht man bei uns fast vergeblich, Club Mate gibt's nur selten und trockene Softwareprojekte gar nicht. Außerdem sehen die meisten Kollegen überdurchschnittlich gut aus und vermehren sich entsprechend fleißig.

Ein Vorurteil können jedoch auch wir nicht entkräften: in jeder Agentur muss ein Kickertisch stehen. Und so werden auch bei uns viele Mittagspausen und Feierabende vom süßen Klang der scheppernden Gewaltschüsse untermalt - meist gefolgt vom souveränen Grunzen der Platzhirsche, die ihre Siegesserie ausbauen.

So kam es natürlich wie gerufen, dass auch dieses Jahr Sputnika wieder zum ultimativen Kampf der Dresdner Agenturen, dem KickerCup lud. Die Wahl, wer unsere Farben vertreten sollte, fiel nicht allzu schwer: myty-Entwickler Jan und Server-Spezi Benjamin verteilten in den letzten Monaten ausreichend Demütigungen für die bemitleidenswerten Kollegen (unter anderem den Autor dieses Textes). Sie sollten also beweisen, ob sie den Mythos der Unbesiegbarkeit auch in freier Wildbahn aufrecht erhalten können. Angeführt wurden sie von Team-Captain Konrad, der die jungen Wilden mit all seiner Erfahrung und Weisheit in geordneten Bahnen halten sollte.

Unterstützt von einer tobenden Menge an Supportern (sechsköpfig!) betraten unsere Recken also am Nachmittag des 7. April die Arena im Parkhotel Dresden. Die Konkurrenz wurde zwar freundlich begrüßt, zugleich aber auch argwöhnisch gemustert. "Die sehn aus wie Kanonenfutter, aber die dort hinten ham schon bissel was drauf.", tuschelte man sich zu. Glücklicherweise konnte die langsam aufkommende Nervosität beim Warten auf den Turnierbeginn sogleich mit gut gekühltem Pils bekämpft werden. An dieser Stelle sei gesagt: Vielen Dank an die Organisatoren, so 'ne Bierflatrate ist eine feine Sache. Und der Rest war auch sehr gelungen!

Bevor es ernst wurde, wurden alle Teams in einer launigen Einführungsrede vorgestellt. Eine gute Gelegenheit, um ein paar Gesichter zu den Kontrahenten abzuspeichern. Hut ab vor den kreativen Namensfindern der lustigsten Teamnamen: "Atletico Zudritt" ist wirklich gut, oder auch mein persönlicher Favorit: "Mein persönlicher Favorit".

Dann ging's endlich los. Nach kurzer Akklimatisierung an die ungewohnten, aber gut geölten Kickertische, kamen unsere beiden Turnierkämpfer schnell in ihren Flow und fegten den ersten Vorrundengegner von der Platte. Das andere Team in der Dreiergruppe bereitete zwar schon etwas mehr Probleme, aber auch da konnten sich die Tyconauten schließlich durchsetzen.

Das Achtelfinale konnte also kommen. In den Spielpausen wurde natürlich auch kräftig "genetworked" - der Kontakt mit der Außenwelt fiel auch unseren Leuten aus der Entwicklungsabteilung dank Flatrate zusehends leichter.

In der nächsten Runde musste plötzlich und unerwartet der zweite Satz an den Gegner abgegeben werden. Ratlosigkeit und Verwirrung machten sich unter den Supportern breit - sollte der fest eingeplante Turniersieg etwa nochmal ins Wanken geraten? Glücklicherweise wurden im dritten Satz die Verhältnisse wieder gerade gerückt und der Gegner per klarer 10-zu-9-Klatsche zum Duschen geschickt.

Im Viertelfinale warteten dann die uns bis dato völlig unbekannten "Ballsportspezialisten" von B-S-S. Es hatte sich in der Halle schon rumgesprochen, dass deren Spieler manchmal nicht ganz so schlechte Aktionen machen. "So schlimm kann's ja nicht werden", machte man sich bei uns noch gegenseitig Mut. Nein - es wurde deutlich schlimmer. Mit Moves, die unsereins höchstens von YouTube kannte, vermöbelten diese Leute unsere armen, tapferen Helden nach Strich und Faden. Das genaue Ergebnis muss an dieser Stelle nicht wiedergegeben werden. Es wunderte jedenfalls niemanden, dass B-S-S wenig später auch den goldenen Siegerpokal in den Dresdner Nachthimmel stemmen konnten.

Unser Fazit, trotz der Schmach des fünften Platzes: Herrlich war's! Wir können die nächste Ausgabe kaum erwarten und werden bis dahin die Arbeits- zugunsten der Trainingszeiten deutlich zurückschrauben. Danke, Sputnika!