Interaction Design als Erfolgsfaktor für Software

Antje Fabel in Wissen 05.06.2024

In der heutigen digitalisierten Welt, in der Software und Anwendungen allgegenwärtig sind, spielt das Interaction Design eine zentrale Rolle. Denn es bestimmt, wie Menschen mit digitalen Produkten interagieren und beeinflusst maßgeblich ihre Erfahrungen und Zufriedenheit.

In diesem Beitrag beleuchten wir die Bedeutung des Interaction Designs in der Softwareentwicklung, seine grundlegenden Prinzipien und Methoden sowie die technischen Möglichkeiten, die eine interaktive und benutzerfreundliche Erfahrung schaffen.

Was ist Interaction Design?

Interaktionsdesign bezieht sich auf die Gestaltung der interaktiven Elemente einer Software, sei es auf einem Computer, einem mobilen Gerät oder einer Maschine. Dabei geht es nicht nur um das Aussehen der Schaltflächen, Eingabefelder oder Menüs - es geht um die gesamte Interaktion zwischen Nutzer und Produkt.

Ziel des Interaction Design in der Softwareentwicklung ist es, die Interaktion für alle, die das digitale Produkt nutzen wollen, so intuitiv und effizient wie möglich zu gestalten.

Warum ist Interaction Design für die Softwareentwicklung so wichtig?

Eine gut gestaltete Interaktion kann über den Erfolg oder Misserfolg eines Produkts entscheiden.

  • Wenn uns die Arbeit mit einer Software Spaß macht und wir schnell gute Ergebnisse erzielen, werden wir sie weiter nutzen und vielleicht sogar weiterempfehlen. Gute Voraussetzungen für ein erfolgreiches Produkt.

  • Verstehen Nutzer jedoch nicht, was zu tun ist, und erzielen nur mittelmäßige Ergebnisse, werden sie die Software nicht mehr verwenden oder nach einer besseren Alternative suchen. So beginnt keine Erfolgsgeschichte.

Technische Möglichkeiten wie Sprachassistenten, Gestensteuerung, Animationen, Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR) und viele weitere Innovationen bieten zahlreiche Ansätze, um die Interaktion zu verbessern und den Nutzer zu begeistern.

Ein durchdachtes Interaktionsdesign ermöglicht es den Nutzern, ihre Ziele schnell und ohne unnötige Komplexität zu erreichen. Dies steigert die Zufriedenheit der Nutzer und fördert die Bindung an das Produkt und die Marke.

Die Verbindung von Interaction Design und User Experience

Das Interaction Design ist ein grundlegender Bestandteil der User Experience (UX). Durch gezielte Gestaltung der Interaktionen wird sichergestellt, dass die Nutzer ihre Ziele auf angenehme und effiziente Weise erreichen können. Interaction Design bildet damit die Brücke zwischen den Bedürfnissen der Nutzer und der Funktionalität des Produkts.

  • Benutzerführung: Durch intuitive Interaction Designs führen wir den Nutzer nahtlos durch die Anwendungen. Dadurch wird die Lernkurve verkürzt und die Akzeptanz des Produktes erhöht.

  • Emotionale Verbindung: Gutes Interaction Design erzeugt positive emotionale Reaktionen beim Nutzer. Je natürlicher und reibungsloser die Interaktion mit dem Produkt ist, desto positiver ist das Gesamterlebnis.

  • Problembehebung: Interaktionsdesign hilft, Probleme im Umgang mit dem Produkt vorherzusehen und zu lösen. Indem typische Nutzerprobleme während des Designprozesses aufgedeckt werden, kann eine frustrierende Erfahrung in eine befriedigende umgewandelt werden.

  • Zugänglichkeit: Ein zentraler Aspekt der User Experience ist die Zugänglichkeit. Durch gutes Interaction Design stellen wir sicher, dass unsere Produkte für Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Voraussetzungen nutzbar sind. Damit ist es auch ein unverzichtbarer Bestandteil der digitalen Barrierefreiheit.

In einem Notizbuch ist zur Planung einer Website ein Wireframe zu sehen.

Zentrale Methoden im Interaction Design

Interaktionsdesigner verwenden eine Reihe bewährter Methoden, um sicherzustellen, dass Produkte nicht nur funktionieren, sondern auch eine angenehme Benutzererfahrung durch intuitive Bedienung bieten.

Die fünf Dimensionen des Interaction Designs

Die Dimensionen - Wörter, visuelle Darstellung, physische Objekte/Räume, Zeit und Verhalten - helfen uns zu verstehen und zu planen, wie Nutzer mit Interfaces interagieren werden.

  • Wörter: Vor allem Wörter, die zur Interaktion animieren sollen, müssen klar und leicht verständlich sein. Hier setzt das UX-Writing an und sorgt für eine konsistente und eindeutige Sprachwelt, die leicht zu verstehen ist.

  • Visuelle Darstellung: Hier geht es um grafische Elemente wie das Mülleimer-Symbol für die Funktion “Löschen”. Erlaubt ist, was dem Benutzer deutlich macht, worum es geht.

  • Physische Objekte oder Raum: Dieser Aspekt soll die Mittel beleuchten, mit denen der Nutzer mit dem Produkt interagieren wird. Ist Spracheingabe möglich oder vielleicht sogar notwendig? Oder wäre eine VR-Brille und Gestensteuerung die bessere Wahl? Zu klären ist auch, in welcher Umgebung (Raum) das Produkt genutzt werden soll. Schließlich macht es einen entscheidenden Unterschied, ob ich mit einem Smartphone in der Straßenbahn sitze oder zu Hause an einem gut ausgestatteten Schreibtisch mit High-End-Monitor, um eine Software zu bedienen.

  • Zeit: Hier spielen alle Medien eine Rolle, die zeitbasiert sind. Also Videos, Animationen, Sounds. Aber auch die Zeit, die der Nutzer mit dem Produkt verbringt, kann hier eine Rolle spielen. Beispielsweise um den Fortschritt in einer Umfrage bildlich darzustellen.

  • Verhalten: Führt alle 4 Dimensionen zusammen und leitet aus den Erkenntnissen ab, wie die Interaktion zwischen Nutzer und Produkt aussehen wird: Wie wird das Produkt bedient und wie reagiert das Produkt darauf, z.B. durch Feedback.

Zielorientiertes Design (Goal-Directed Design)

Diese Methode konzentriert sich darauf, die Ziele und Bedürfnisse der Endnutzer zu verstehen und zu berücksichtigen. Höchste Priorität hat die Problemlösung.

Benutzerfreundlichkeit (Usability)

Die Usability eines Produkts bestimmt, wie einfach und intuitiv Benutzer ihre Ziele erreichen können.

Kognitive Psychologie

Das Verständnis, wie Menschen denken und Informationen verarbeiten, ist für das Interaction Design entscheidend. Beispielsweise kann die Entwicklung eines gemeinsamen mentalen Modells zu Beginn eines Projekts zu einer effektiveren Zusammenarbeit führen, da alle Projektbeteiligten dieselben Begriffe verwenden und dasselbe darunter verstehen. Missverständnisse können so umgangen werden.

Fazit

Interaction Design ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Softwareentwicklung, der den Unterschied ausmachen kann: Ein Produkt, das "nur" funktioniert und eines, das begeistert.

Aus diesem Grund arbeitet bei uns das UX/UI-Design eng mit der Entwicklung zusammen, um sicherzustellen, dass Ihre Softwareanwendung nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch funktional und benutzerfreundlich sind.

Ein kleiner Hinweis zum Schluss:
Für den Fall, dass sich jemand beim kritischen Blick auf unser Titelbild fragt: "Ist da KI im Spiel?”. Ja, für diesen Blogbeitrag haben wir erstmals ein Titelbild mit ChatGPT generiert. Und wir finden, dass nach einigem Hin- und Her doch etwas Brauchbares dabei herausgekommen ist, oder?

Für den Text brauchten wir allerdings keine KI, denn schließlich können wir uns jederzeit auf das Wissen unserer Design-Expert*innen verlassen. :)
Dennoch helfen uns KI-Tools hier und da bei dem einen oder anderen Synonym und Schachtelsatz, etwas Licht in die Informationsdichte zu bringen, um dem Lesevergnügen nicht im Wege zu stehen.

Albrecht Mauersberger - Geschäftsführer und Projektleiter bei Tyclipso

Innovative Ideen und durchdachtes Design

Das Ergebnis sind Softwareanwendungen, die einfach zu bedienen sind und Spaß machen.

Gemeinsam finden wir heraus, wie wir Ihr Projekt erfolgreicher machen können.

Kontakt aufnehmen