1 Jahr Pendeln mit dem E-Auto - ein realer Erfahrungsbericht

Enrico Tusche in Gemischtwarenladen 09.02.2024

1. Fakten zum Laden und Verbrauch

Da ich ein sehr faktenorientierter Mensch bin, komme ich zuerst zu den Fakten über das Laden und den Verbrauch, bevor ich zu den persönlichen Erfahrungen und den damit verbundenen Emotionen komme.

1.1. Ausgangslage

Fahrzeug:
- Peugeot e-208 Allure (EZ 01.2023)
- 48 kWh Batteriekapazität (netto)
- errechneter Verbrauch 17,4 kWh/100 km (inkl. Ladeverluste)
- Allwetterreifen - Goodyear Vector 4 Seasons - 195/55 R16

Situation:
Ich bin Mieter mit einem Außenstellplatz und eigener bereitgestellter Wallbox. Ich habe die Möglichkeit im Sommer an sonnigen Wochenenden an der Firmen-Wallbox meiner Vermieterin über die Photovoltaikanlage (PV-Anlage) zu laden.

Zeitraum:
01.2023 - 01.2024

Temperaturspanne:
von -12 °C bis 35 °C

1.2. Ladehistorie

87 % an eigener 11kW Wallbox:
2.614,01 kWh (116 Ladungen - Ø 3,2 kW Leistung)

~8 % an Vermieter 11 kW Wallbox (PV-Anlage):
236,65 kWh (15 Ladungen - Ø 3,2 kW Leistung)

~2 % an öffentlicher 22 kW Wallbox:
43,9 kWh (4 Ladungen - Ø 4,6 kW Leistung)

~3 % an öffentlichen DC-Ladesäulen:
96,8 kWh (6 Ladungen - Ø 55,1 kW Leistung)

Gesamt:
2.991,36 kWh

Verbrauch (inkl. Ladeverluste):
2.991,36 kWh / (17.202/100) = 17,4 kWh/100 km

1.3. Statistik der eigenen Wallbox - Ladungen über das Jahr 2023

Anmerkung vorweg:
Ich habe eine Vereinbarung mit meiner Vermietern, dass ich im Sommer an sonnigen Wochenenden an Ihrer Firmen-Wallbox direkt über die PV-Anlage laden darf. Nochmal ein großes Dankeschön an dieser Stelle! Die Ladungen über die PV-Anlage sind nicht enthalten und sollte somit bei den entsprechenden Monaten mit bedacht werden.

Zusätzliche Ladungen über PV-Anlage:
Juni: 18,25 kWh (1 Ladung)
Juli: 70,14 kWh (4 Ladungen)
September: 125,91 kWh (8 Ladungen)
Oktober: 22,62 kWh (2 Ladungen)

1.4. Kosten

Eigene Wallbox:
Ökostrom von “E wie einfach”: 35,88 Cent/kWh ~ 0,36 €/kWh
2.614,01 kWh ➔ 941,05 €
Abweichung Kostenanzeige Wallbox - bis April musste ich nur 0,27 €/kWh zahlen

Wallbox von Vermieterin (über PV-Anlage):
236,65 kWh ➔ 0 € (Ersparnis: 85,20 €)

Öffentliches Laden:
EnBW - Ladetarif S: 0,61 €/kWh (keine Grundgebühr)
140,7 kWh ➔ 85,83 € + 10,75 € Blockiergebühren = 96,58 €

Gesamt:
2.614,01 kWh + 236,65 kWh + 140,7 kWh = 2.991,36 kWh

Meine Kosten:
(2.614,01 kWh * 0,36 €) + (140,7 kWh * 0,61 €) = 1.026,88 €

Theoretische Gesamtkosten (inkl. PV-Ladungen):
(2.850,66 kWh * 0,36 €) + (140,7 kWh * 0,61 €) = 1.112,06 €

1.5. Vergleich zu meinem vorherigen Verbrenner

Fahrzeug - Verbrenner:
Mazda 3 (BJ 2006)
Benzin - Super E10 ➔ 1,79 €/Liter (Ø 2023)
realer Verbrauch 7,5 Liter/100 km (13,43 €/100 km)

Kosten Strom:
Gefahrene Strecke ➔ 17.202 km
(2850,66 kWh * 0,36 €) + (140,7 kWh * 0,61 €) = 1.112,06 €

Theoretische Kosten Kraftstoff:
Gefahrene Strecke ➔ 17.202 km
(17.202 km/100) * 13,43 € = 2.309,37 €

Theoretische Ersparnis (inkl. Ladeverluste):
2.309,37 € - 1.112,06 € = 1.197,31 € ➔ 51,84 %

1.6. Mein Fahrprofil 2023 (17.202 km)

Durchschnittsgeschwindigkeit (ØV):
Angabe vom Display ➔ 52 km/h

Pendelstrecke:
62 km/Tag (145 Tage = 8.990 km Landstraße/Dörfer - ØV von 52 km/h)

Sicherer Anteil Autobahn (z. B. zum Elternhaus):
ca. 1.900 km (max. 120 km/h - ØV ca. 80 km/h)

Restliche 6.312 km:
Diese sind gefühlt ein Mix aus 50 % Landstraße, 35 % Stadt und 15 % Autobahn.

2. Gefühlte Fakten

2.1. Positiv

  • Mehr Fahrspaß durch “Beschleunigung + Rekuperation = One-Pedal-Driving".
    Ich möchte nicht wirklich wieder zurück zum “richtigen” Bremsen.

  • Eine Fahrt an sich ist deutlich ruhiger, dadurch irgendwie entspannter.

  • Ein super Gefühl über die PV-Anlage meiner Vermieterin ca. 1.300 km klimaneutral gefahren zu sein.

  • Vorklimatisierung im Winter. Eis kratzen und angelaufene Scheiben wurden auf ein Minimum reduziert.

  • Deutlich kürzere Überholvorgänge (höhere/direkte Beschleunigung).

  • Fahren bei Stau oder stockendem Verkehr ist deutlich angenehmer durch den Kriechmodus (fährt ohne Gas zu drücken um die 8 km/h). Ich betätige bei stockendem Verkehr immer nur kurz die Bremse.

  • Auch ohne Vorklimatisierung wird bei -5°C das Auto schon nach ca. 2-3km angenehm warm (nur das Lenkrad ist dann noch kalt).

2.2. Negativ

  • Jede Fahrt über insgesamt mehr als 200 km muss geprüft und/oder berechnet werden.

    • Die anfängliche Reichweitenangst ist aber komplett weg, da ich jetzt genau weiß, wie weit ich zum jeweiligen Wetter komme.

  • Umstellung meiner Fahrweise auf der Autobahn:

    • Ich bin früher um die 140 km/h auf der Autobahn gefahren - jetzt max. 120 km/h.

    • Ich war früher auch in der Fraktion “Ich ziehe bis zum Urlaubsort (400 – 600km) in einem Rutsch durch”. Jetzt sind für solche Strecken min. 3 Pausen einzuplanen, aber seitdem ich ein Kind habe, werden eh Pausen gemacht. ;)

  • Im Winter ist der Verbrauch ca. 30 % höher (je nach Wetter/Temperatur). Dadurch gibt es dann natürlich auch deutlich mehr Ladevorgänge.

    • Gefühlt ist er aber 50 % höher.

  • Die hinteren Bremsscheiben "gammelten" durch das viele Rekuperieren schon nach 2 Monaten. Aktuell bremse ich diese jeden Monat ein Mal frei.


3. Persönliche Meinung zu Peugeot (Stellantis)

3.1. Zum Auto selbst

  • Schicke Optik und gute Verarbeitung, sonst hätte ich den völlig überzogenen Preis nicht bezahlt.

  • Ich liebe das Lenkrad: klein und gute Form, inkl. Gokart-Feeling. Bei einem normalen Lenkrad denke ich jetzt immer, dass ich in einem LKW sitze. ;D

    • Display über dem Lenkrad finde ich deutlich besser als das “normale“ durchs Lenkrad schauen. Würde ich in der Zukunft immer bevorzugen.

  • Der Peugeot nervt mich nicht wie andere neuere Fahrzeuge. Kein unnötiges “PING PING” und kein unnötiges “BLINK BLINK”.

    • Allein der Spurhalteassistent nervt ein wenig vor dem Eingreifen mit schnellem Blinken im Display. Das Eingreifen an sich ist dann aber angenehm und lässt sich von mir leicht korrigieren. Der Spurhalteassistent selbst kann via physischer Taste unter dem Lenkrad dauerhaft deaktiviert werden.

  • Die wichtigsten Einstellungen kann ich via physische Tasten unter dem Touchscreen de-/aktivieren. Das war und ist mir aktuell immer noch sehr wichtig.


3.2. Software im Auto

  • Ich habe bei meinem Modell nicht besonders viele Einstellmöglichkeiten. Ich lasse mir zu 95 % das Radio anzeigen und das ist wegen der großen Touchflächen zwar vom User Interface her hässlich, aber sehr gut bedienbar.

  • Ich fahre zu 99 % im stärkeren Rekuperationsmodus “B“. Das muss ich leider bei jeder Fahrt via physischen Knopf aktivieren.

  • Seit ca. 5 Monaten habe ich bei der Klimatisierung “22 °C/Automatik” eingestellt: passte aktuell für mich im Sommer wie im Winter.

    • Im Sommer bin ich zu ca. 90 % immer im ECO-Modus gefahren; Klimaanlage machte trotzdem einen guten Job.

    • ECO-Modus im Winter ist unbrauchbar, da hauen die eingestellten 22°C nicht hin und es wird kalt.

  • Ich habe im Auto selbst keine SoC-Anzeige (State of Charge) diese wird bei mir nur durch 8 “super tolle” LEDs simuliert. Mit der Anzeige eines SoC direkt im Auto würden sich bei mir die Abfragen über die App um 80 % verringern.

3.2. Zur App

Zum Anfang:
App war am Anfang nicht benutzbar.
Design ist mehr als rückständig (höflich formuliert).
Jeden Tag musste man sich mehrmals bei Peugeot einloggen und zusätzlich noch mit einem PIN in der App bestätigen.
Kein Feedback, ob irgendwas übertragen wurde. Nach gefühlt 3 min kam zu 50 % ein Fehler, dass es keine Verbindung zum Auto gibt.
Die Positionsangabe meines Autos ist immer falsch, was wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass ich mein Smartphone sehr selten mit dem Auto verbinde.

Aktuell:
In 9 von 10 Fällen funktionieren die Anfragen/Anweisungen.
Man muss sich im Monat ca. ein Mal anmelden, auch die PIN-Abfrage kommt gefühlt jede Woche nur ein Mal.
Das “User Interface” ist immer noch schlecht. Es gibt jetzt aber einen Fortschrittsbalken beim Verbindungsaufbau zum Server/Auto.
Statistiken sind sehr schön aufbereitet und gut filterbar.

3.3. Bisherige Fehler und Auffälligkeiten

  • Im Februar 2023 hatte ich 2 Ausfälle vom Touchscreen (ließ sich nicht bedienen). Nach einem Neustart des Autos ging es dann aber wieder.

  • Im Juni 2023 hatte der Peugeot einen Totalausfall mit anschließender Selbstheilung:

    • Das Auto parkte schräg an einem Hang bei direkter Sonneneinstrahlung (ca. 30 °C).

    • Nach der Arbeit stand beim Starten im Display “Systemfehler Elektroantrieb“. Das Auto ließ sich nicht starten.
      Da der ADAC mir sagte, dass Hilfe erst nach ca. 4 h zu erwarten wäre, ließ ich das Auto über Nacht stehen.

    • Am nächsten Morgen kam der ADAC pktl. zum vereinbarten Zeitpunkt. Da gab es aber keinen Fehler mehr! Der Peugeot ließ sich ganz normal starten. Das Auslesen des Fehlerspeichers ergab 9 Fehler. Diese sagten, dass es zu bestimmten Komponenten keine vollständige Verbindung gab. Anscheinend aus Sicherheitsgründen ließ sich das Auto daher nicht mehr starten.

    • Danach bin ich selbst zur Werkstatt gefahren. Die hat auch nach 2 Tagen keine Fehler feststellen können.

  • Seit 22.01.2024 funktionieren die hinteren Parkhilfesensoren nicht mehr. Das lasse ich dann wohl beim nächsten Service prüfen…



4. Funfacts


4.1. Ladeverluste nach genau 10.000 km

Zeitraum:
01.2023 - 09.2023

Anzeige Display:
14,7 kWh/100 km

Realer Verbrauch:
1703,12 kWh / (10.000 km/100) = 17,03 kWh/100 km

Ladeverluste:
14,7 kWh / (17,03 kWh/100) = 86,32 % ➔ 13.68 % Ladeverlust

4.2. Ladeverhalten und Verbrauch je nach Jahreszeit

Sommer (ca. 25 °C) ➔ Anzeige Display: Ø 13,2 kWh/100 km
Winter (unter 5 °C) ➔ Anzeige Display: Ø 15,6 kWh/100 km
Allgemeiner Jahresdurchschnitt ➔ 14,7 kWh/100 km

Ab einer Temperatur von über 10 °C ändert sich der Verbrauch auf meiner Pendelstrecke nicht mehr wirklich.

Hier 3 unterschiedliche Wochen im Vergleich (bei ähnlicher Fahrleistung):

4.3. Winter - eine Woche Härtetest bei -12 °C

Anzeige Display: 18,7 kWh/100 km (inkl. Ladeverluste: ca. 20,6 kWh)
Durch Glätte hatte ich natürlich auch ein geringere Durchschnittsgeschwindigkeit.

5. Erfahrungen, Ängste und Tipps

5.1. Persönliches

Mein Fahrprofil ist seit 13 Jahren gleich und wird sich aktuell auch nicht so schnell ändern. Mein 17 Jahre alter Mazda hätte den nächsten TÜV leider nicht überstanden, daher brauchte ich einfach ein Auto mit elektrischen Antrieb was min. 300 km am Stück schafft.

Auch wenn ich in meinem Leben nie einen “Franzosen” fahren wollte, bin ich aktuell sehr zufrieden mit meinem “kleinen” überteuerten e-208.

Peugeot war im Jahr 2022 der einzige Hersteller, der mir ein E-Auto der Mittelklasse angeboten hat, was mich emotional abholte. Außerdem finde ich es gut, dass im Peugeot nicht alle Funktionen in einem riesigen Touchscreen versteckt sind.

5.2. Eigene Meinung

Aktuell sind die Preise für E-Autos deutlich zu hoch. Das wird sich hoffentlich in den nächsten Jahren durch evtl. Technologiedurchbrüche ändern (#Natrium-Ionen-Akkumulator).

Wer ein Eigenheim mit PV-Anlage hat, wird mit der Anschaffung eines E-Autos nichts falsch machen. Wer zudem noch eine Starkstromanschluss in seiner Garage hat, muss je nach Bedarf nur ca. 700 € für eine Lademöglichkeit rechnen. Der “GO-E Charger” wird sehr oft genannt (Vergleichsvideo).

Mir wurde die “Commander-2 Wallbox“ bereitgestellt. Diese ist im letzten Jahr ca. 4 Mal abgestürzt. Seit einem Update im August 2023 läuft sie jedoch stabil ohne Fehler. Ansonsten ist die Wallbox App sehr gut und hat mir z.B. für diesen Blogbeitrag alle Verbrauchsdaten übersichtlich zur Verfügung gestellt.

Für Stadtbewohner, die auf ein Auto nicht verzichten können und maximal 5.000 km im Jahr fahren, reichen nach meinem Empfinden die bundesweit angebotenen Ladesäulen aus - hier aber bitte unbedingt auf einen 11kW-On-Board-Lader achten. Diesen habe ich nicht und ich würde ohne eigene Wallbox nicht wirklich öffentlich laden können, da ich nach den in meinem Tarif erlaubten max. 4h gerade mal 38 % (~18,4 kWh) laden kann. Danach fallen Blockiergebühren von 10 Cent pro Minute an, die ich an sich aber sehr gut finde. Allerdings habe ich schon sehr günstig in der Innenstadt “parken“ können: Der Ladevorgang an sich kostete weniger als die eigentlichen Parkgebühren und dafür bekam ich noch Strom obendrauf. ;D

5.3. Eigenes Ladeverhalten

Da ich das Auto gekauft habe und deshalb sicher mehr auf den Akku achte, als andere, die ihr Fahrzeug nur geleast haben, lade ich mein Auto sehr selten über 80 % und fahre auch sehr selten unter 20 %.

In diesem Winter (alles unter 5 °C) habe ich mir angewöhnt, zeitversetzt über Nacht zu laden: Ich stecke 18 Uhr das Kabel an und stelle dann z. B. ein, dass es um 1 Uhr anfängt zu laden. So erhalte ich 7 Uhr einen leicht angewärmten Akku, womit ich dann ca. 3 % (~1,5 kWh) weniger für die Hinfahrt zur Arbeit verbrauche. Auch die Standheizung wird dann über die Wallbox mit Strom versorgt.

Das Anstecken selbst dauert am Abend ca. 15 Sekunden. Ich rechne aktuell im Winter während der Heimfahrt aus, wie viele Stunden ich laden muss, um auf 80 % zu kommen bzw. wie viel ich für den nächsten Tag brauche. Mein Richtwert dabei sind immer 6 h für 40 % (~19.2 kWh). Bei vielen anderen Herstellern kann aber im Auto eingestellt werden, dass der Ladvorgang bei 80 % stoppt, damit entfällt das Rechnen. Werktags verbrauche ich auf meiner Pendelstrecke im Sommer ca. 15 - 18 %. Im Winter (unter 5 °C) verbrauche ich ca. 25 - 30 %.

Wenn ich zu meiner “noch weiter östlich” gelegenen Verwandtschaft fahre, lade ich bis kurz vor der Fahrt das Auto auf 100 %. Damit komme ich nach insgesamt ca. 230 km mit ca. 20 % wieder zu Hause an. Es ist also im Normalfall kein Zwischenladen nötig.

5.4. Öffentliches Laden

Ich besitze nur eine Ladekarte: EnBW - Ladetarif S (0,61 €/kWh ohne Grundgebühr). Klingt erstmal teuer, ist aber für mein Fahrprofil enorm günstig. Ich kann in ganz Europa laden, habe aber keine monatlichen Fixkosten.

Im ganzen Jahr 2023 habe ich ja auch nur 10 mal öffentlich geladen, bis auf Ladesäulen von “E.ON” hat es immer geklappt (diese fahre ich nun nicht mehr an). Die dazugehörige “EnBW mobility+ App“ ist sehr gut.

5.5. Eigene Ängste durch vorherige Recherchen (Dr. Google etc.)

  1. Reichweitenangst:

    1. Ich habe mir direkt in der ersten Woche für 200 € einen “Ladeziegel“ gekauft, um bei Bedarf überall an einer normale Schuko-Steckdose laden zu können - ich habe ihn aber noch nie benutzt.

    2. Seit August habe ich den Ladeziegel und das eigene Ladekabel nicht mehr im Auto liegen. Öffentliches Laden ist für mich eh nur an DC-Säulen sinnvoll und da ist das Kabel immer dran.

    3. Die Reichweitenanzeige der verbleibenden Kilometer ist nicht brauchbar und schürt die Angst vor dem Stehenbleiben: Bei 100 % werden mir 370 km angezeigt, bei 50 % nur noch 130 km. Dann bleibt es für 30 km bei um die 100 km stehen, um dann schnell auf 60 km zu fallen.
      Daran habe ich mich immer noch nicht gewöhnt und prüfe via App immer den SoC gegen.
      Ich vergleiche das gern mit meinem Mazda. Da konnte ich bei angezeigten 0 km Restreichweite noch min. 80 km fahren.

    4. Derzeit weiß ich, dass ich mit meinem Fahrstil von 100 % auf 0 % etwa 320 km fahren kann. Das ist deutlich mehr, als ich für meine einzelnen Strecken im Jahr brauche.
      Rechnerisch schaffe ich mit meinen 17,4 kWh auf 100 km nicht einmal 300 km. Da muss man aber noch die ca. 13 % Ladeverluste und die Rückgewinnung durch Rekuperation abziehen. Da kommt man dann bei mir im Durchschnitt auf ~14,7kWh auf 100km.

  2. Öffentliches Laden:

    1. Was tun, wenn die Säule nicht funktioniert!? Hilfe!
      Ich selbst hatte dieses Vergnügen schon zweimal. Bin dann jeweils ca. 15 km zur nächsten Ladesäule gefahren.

    2. Was tun, wenn die Säule besetzt ist und ich Stunden an der Autobahnraststätte warten muss?
      Ich sehe in der App vorher, ob die Säule frei ist. An sich habe ich hier aber auch sehr wenig Erfahrung, weil ich ja sehr selten unterwegs lade.

    3. Ladekarten: Oh mein Gott, ich brauche min. 10 Stück und 20 weitere Apps, um überall laden zu können!
      Ich habe aktuell eine Ladekarte von EnBW, mit der ich noch nie Schwierigkeiten hatte. Gefühlt kann ich min. alle 20 km deutschlandweit laden. Einfach mal die “EnBW mobility + App“ aus Spaß installieren und schauen, wo es überall Ladepunkte gibt.

6. Fazit

Für mein Fahrprofil passt ein E-Auto zu 100 % und aktuell möchte ich nicht mehr zurück zu einem Verbrenner wechseln. Das kann sich je nach Lebenssituation natürlich ändern.

Wer arbeitsbedingt sehr oft längere Strecken über Autobahn fahren muss sollte noch ein paar Jahre auf Weiterentwicklungen warten. Aktuell gibt es gefühlt nur utopisch teure E-SUVs, die auf der Autobahn mehr als 400 km am Stück “versprechen“.

Aktuell haben wir in unserer Familie nur noch 1 E-Auto (von ehemals 2 Verbrennern) - das Ziel ist es jedoch kein Auto zu “brauchen”.

E-Mobilität ist der nächste technologische und logische Schritt, im leider noch notwendigen Individualverkehr. Es rettet nicht die Umwelt, ist aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung (#micdrop).


Danke fürs Lesen. Konstruktives Feedback bitte gern an e-motion@tyclipso.net.